Akupunkturbehandlung

Die Akupunktur gilt als eine der bedeutendsten Therapieformen der Traditionellen Chinesischen Medizin und blickt auf eine jahrtausendalte Tradition zurück. Auch in den westlichen Ländern erfreut sich diese alternative Heilmethode zunehmender Beliebtheit, speziell in der Behandlung leichter bis mittelschwerer chronischer Schmerzen. Bei einer Akupunktur-Behandlung wird der Patient mit dünnen Spezialnadeln therapiert, die an bestimmten Stellen die Haut eingestochen werden. Diese Akupunkturpunkte liegen entlang bestimmter Linien, sogenannter Meridiane (Leitbahnen), die eine Zuordnung zu bestimmten Organen ermöglichen. Die Auswahl der Punkte und der Art der Nadeln (ihre Größe und ihr Gewicht) ist Aufgabe des Therapeuten.

 

Wann können die Kosten für Akupunkturbehandlungen bei gesetzlich versicherten Patienten übernommen werden?

 Die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der Akupunktur in der vertragsärztlichen Versorgung kann erfolgen:

  1. Wenn seit mindestens sechs Monaten chronischen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule bestehen und gegebenenfalls nicht segmental bis maximal zum Kniegelenk ausstrahlen, spricht man in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten pseudoradikulären Schmerz.
  2. Wenn chronische Schmerzen in mindestens einem Kniegelenk durch Gonarthrose seit mindestens sechs Monaten bestehen.
  3. Akupunkturleistungen können nach EBM mit der Ziffer 30790 nur einmal im Krankheitsfall, das heiß nur einmal im Zeitraum von vier Quartalen abgerechnet werden, auch dann, wenn beide Indikationen vorliegen und behandelt werden

Akupunktur bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule bzw. am Kniegelenk erfolgt jeweils bis zu zehn Sitzungen innerhalb von maximal sechs Wochen. Leider kommt es immer wieder vor, dass Patienten Akupunkturtermine nicht einhalten können. Aus gegebenem Anlass müssen wir darauf hinweisen, dass Termine, welche nicht wahrgenommen werden bzw. auch wenn sie abgesagt werden nicht zwangsläufig nachgeholt werden können. Zum einen sind wir verpflichtet, dass sehr eng bemessende Zeitfenster von 6 Wochen zu beachten, zum anderen haben wir nur ein begrenztes Kontingent an freien Terminen zur Verfügung.

 

Ist bei der Akupunktur mit Nebenwirkungen zu rechnen?

Die Akupunktur ist bei qualifizierter Ausbildung und sorgfältiger Anwendung ein besonders gut verträgliches Verfahren. Dennoch können im Einzelfall  Nebenwirkungen auftreten. Im Folgenden finden Sie eine entsprechende Aufstellung.

Fast alle Patienten verspüren nach der Akupunktur eine meistens als wohltuend empfundene Entspanntheit. Allerdings kann die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr eingeschränkt sein. Benutzen Sie gegebenenfalls öffentliche Verkehrsmittel oder lassen sie sich durch Angehörige fahren.

Manche Menschen reagieren auf Nadelstiche mit kurzfristigen Kreislaufstörungen. In sehr seltenen Fällen kann es zum Kollaps kommen. Um etwaige Risiken zu minimieren, führen wir die Akupunktur nach Möglichkeit im Liegen durch. Durch die Akupunkturnadeln können kleinere Blutergüsse an den Einstichstellen entstehen. Bei verstärkter Blutungsneigung oder unter Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten kann dies etwas häufiger auftreten.
Grundsätzlich besteht ein sehr geringes Risiko von örtlich begrenzten Entzündungsreaktionen.  Sollten Sie nach der Behandlung den Verdacht auf eine Entzündungsrektion haben, lassen Sie sich bitte umgehend ärztlich untersuchen. Sehr selten können durch die Akupunkturnadeln kleinere Hautnerven verletzt werden, so dass dann vorübergehend leichte Empfindungsstörungen auftreten können.